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Vandalismus oder schon Kunst? Graffiti von Harald Naegeli

Die Kunstversicherung: kennen Sie sich aus?

Artelab beantwortet die wichtigsten Fragen

di Bernd Noack, il 11/11/2008

Wer vertraut schon den Versicherungen? Viele von uns hoffen darauf, dass schon nichts passieren wird oder vertrauen ihrem Versicherungsagenten, der sie stets gut beraten hat. Eine Versicherungspolice ist aber nichts anderes, als ein Vertrag mit einem Leistungsversprechen, das unter bestimmten Voraussetzungen erfüllt wird. Die Kunstversicherung macht da keine Ausnahme!

Was kann man versichern?

Versicherbar sind Kunstgegenstände und Antiquitäten, wie zum Beispiel Gemälde, Skulpturen, Arbeiten auf Papier (Zeichnungen, Aquarelle, Grafik), Porzellan, Glas- und Kristallobjekte, Teppiche, antiquarische Möbel, Uhren und „Collectibles“, wozu die historische Puppensammlung, Schnupftabaksdosen oder alte Waffen gezählt werden.

Welche Gefahren sind versichert?

Allgemein üblich ist die Allgefahrendeckung („all-risks“), das heißt, versichert sind alle Schäden, die nicht ausdrücklich im Versicherungsvertrag ausgeschlossen worden sind. Generell nicht versicherbar sind Schäden, die aus der normalen Beschaffenheit des versicherten Objektes resultieren, etwa die Bildung von Craquelé bei Gemälden, ein Schaden also, der dem normalen Alterungsprozess geschuldet ist. Das Risiko einer nuklearen Katastrophe, Krieg oder öffentlicher Unruhen ist ebenfalls oftmals ausgeschlossen, genauso wie Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt werden.

Was kostet eine Kunstversicherung?

Der Preis ist verhandelbar, denn die Prämien werden – anders als bei standardisierten Versicherungsprodukten wie Hausrat oder privater Haftpflicht – individuell nach den Bedürfnissen des Kunden kalkuliert. Entscheidend ist die Dauer der Versicherung, ob die Versicherung von Transporten in die Police eingeschlossen werden sollen (und wenn ja, welche Transportdestinationen?) und natürlich welche Objekte versichert werden – Glas oder Porzellan ist wegen der Fragilität logischerweise teurer, als die Versicherung von Gemälden. Die Prämienkalkulation ist folglich von vielen Faktoren abhängig, wird aber generell im Promillebereich bemessen.

Was ist im Schadenfall zu tun?

Vom Sockel gestoßen: Skulptur „Turkish Delight“ von Olaf Metzel (© Kunsthalle Wien public space, 2007. Foto: Kunsthalle Wien)

Tun Sie alles, um den Schaden mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu begrenzen und zu minimieren. Liegt eine Straftat vor, rufen Sie die Polizei – im Feuerschadenfall die Telefonnummer 112. Natürlich müssen Sie auch umgehend Ihren Versicherungsagenten oder –broker informieren.

Ihre Kunstversicherung sollte Sie generell gegen die Schäden schützen, die unvorhersehbar sind. Achten Sie darauf, gut dokumentiert zu sein, denn oftmals ist es schwierig, den Echtheits - und (damit zusammenhängend) Wertnachweis ohne die Ankaufsrechnung zu belegen. Auch im Teilschadenfall wird die Wertminderung am betroffenen Objekt anteilig zum Gesamtwert bemessen.

Reden Sie mit Ihrem Versicherungsagenten oder–broker, berichten Sie ihm so präzise wie möglich von Ihren individuellen Gefahrenumständen. Der Kunstversicherungsspezialist wird dann eine Ihren Ansprüchen gerechte Police aushandeln.

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